Stolpersteine

Amüsantes,Frivoles,Kindermund,Kurzweiliges, zum Relaxen


Über mich

Oooch , da gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen.
Im August 1952 hatte meine Mutter keine Lust mehr mich herum zu tragen. Da hat sie mich, ohne mich zu fragen, einfach  geboren.  Vater war Tagelöhner oder wie man früher sagte, "Knecht", auf einem Bauernhof.  Mutter hatte mit uns fünf Rabauken genug zu tun. 
Nach der Schule begann ich eine Lehre zum Bäcker und Konditor.  Danach bin ich dann durch verschiedene Firmen getingelt. Insgesamt war ich 30Jahre als Lagerist tätig.
Nun. Geboren bin ich tatsächlich im schönen Naturpark Westensee in Schleswig-Holstein. Doch wie  kommt man zu Musik? Nun- Wie die Jungfrau zum Kinde.
 Am besten, ich fange ganz von vorn an. Nun Musik begleitet mich seit meiner Kindheit. Nach der Schule ging der Knopf des Fernsehers oder Radios nach Rechts, bis zum Anschlag. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern. zu der Zeit waren Elvis Presley  als unzivilisierte Schreihälse bekannt. Mir gefiel es, also --den Knopf nach Rechts. Habe dann Bäcker und Konditor gelernt.  Die Lehre war für mich eher lästig.  Wie für viele andere wohl  auch. 
 Nach Feierabend konnte ich kaum erwarten wieder ans Radio zu kommen. Als Bäcker musste man sehr früh aufstehen. Auch heute noch. Zu der Zeit habe ich beim Lehrmeister in der Stadt gewohnt. Das Transistor Radio stellte ich dann ins offene Fenster und drehte wieder den Knopf bis zum Anschlag nach rechts. So unterhielt ich die ganze Straße.  Sehr zum Unmut des Lehrmeisters, der gleich im Nachbarzimmer seinen Schlaf nachholte.
In neuen Job konnte ich dann gar nicht schnell genug  nach hause kommen. Ich lernte den Besitzer  einer   „Rollenden Disco“ kennen, wie damals die überland Discos genannt
 wurde.  Als Rowdy Baute die 5ooo Watt Anlage mit auf. Heute hier, Morgen da. Wir waren in ganz Schleswig-Holstein unterwegs.  Eine herrliche Zeit. Zu Beginn der Veranstaltung war ich immer der Erste auf der Tanzfläche und am Schluss immer der Letzte.  Das ging eine ganze Weile so. Inzwischen  gehörte ich schon zur Crew.  Ich stand dann neben den DJ hinter dem Pult und konnte ihm bei seinem Tun über die Schulter schauen. So bekam ich dann den ersten Einblick in das Discogenre. Irgendwann  erklärte er mir ,er müsse mal kurz weg. "mach mal kurz weiter".  "Hab ich doch noch nie gemacht." "Du machst das schon," und weg war er. Da ich mir nun keine Blöße geben wollte, habe ich zu gestimmt. Mir flatterten die Hände und hatte weiche  Knien.  "- Ich ?- allein hinter dem Pult und vor mir ca 400 Leuten, die ihren Spaß haben wollten. Und ich, hatte zum ersten mal  eine so große Anlage in der Hand. Ist schon was anderes als am Knopf vom Radio zu drehen.  "Das schaffst Du nie." Meine erste Ansage war das Fiasko schlechthin. Als ich meine Stimme das erste mal über die Anlage hörte, fiel mir vor Schreck das Mikrofon  aus der Hand. Zur Freude der Gäste. Die hatten nun mal ihnen Spaß. Schadenfreude ist nun mal die schönste Freude.
 „Hast du gut hingekriegt“ War der Kommentar als er wieder zurück kam. Er war Natürlich nicht weg. Er war immer im Hintergrund. Für den Fall dass, erzählte er mir später. Von nun an habe ich jeden Abend  für eine kurze Zeit hinter dem Pult stehen" müssen/dürfen". So lernte ich Branche von der Pieke auf. Die Zeiten wurden immer länger. Zum Schluss habe ich ganze Abende Moderiert.  Auch große Veranstaltungen, wie Silvester, Dorffeste oder zusammen mit einigen Stars zu derzeit zusammen auftreten.  Der Besitzer der Disco hatte sich inzwischen  eine zweite Anlage zugelegt. Ist selber mit der „Kleinen“ unterwegs, und mich mit der großen  auf Tour geschickt.  Für mich war das ein riesiger Vertrauens Beweis und somit die Bestätigung, das kannst du doch. Trotz meines Sprachfehlers. Der war auf der Bühne weg. Hat einen riesen Spaß gemacht .Somit hatte mich der "Musik Virus" gefressen. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern. Für die war das alles nur "Brotlose Kunst". Dann lernte ich meine Frau kennen. Da wurde es Ruhiger und in den letzten Jahren nichts mehr. Jetzt bin ich Rentner. Als ich mir Gedanken machte, was machst du, war die Entscheidung eigentlich ganz einfach. Der Musik Virus   meldete sich wieder zu Wort.
Meine Frau, mit der ich inzwischen 30 Jahre verheiratet bin, hielt mir einen Zeitungsausschnitt unter die Nase. "Probiere es doch mal damit." "Autoren gesucht...". Naja, probieren wir es, dachte ich. Was dabei raus kam sehen Sie hier.